Schnelle Liquidität, Schutz vor Ausfällen und mehr Zeit fürs Tagesgeschäft: So profitieren kleine Handwerksbetriebe von Factoring.
Auch kleine Handwerksbetriebe können von Factoring profitieren – ohne hohe Einstiegshürden. Der Artikel zeigt Vorteile, Praxisbeispiele und häufige Fragen.
Factoring für kleine Handwerksbetriebe: Geringe Hürden, große Wirkung
In der täglichen Praxis kleiner Handwerksbetriebe steht oft nicht die Buchhaltung im Fokus, sondern das nächste Projekt. Doch gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) kämpfen immer häufiger mit verzögerten Zahlungen und engen Liquiditätsspielräumen. Eine einfache Lösung bietet Factoring – auch bei überschaubarem Umsatzvolumen.
1 | Warum gerade kleinere Handwerksbetriebe profitieren
Anders als früher ist Factoring heute auch für Betriebe mit Jahresumsätzen ab etwa 200.000 € möglich – also längst nicht mehr nur für große Mittelständler. Der große Vorteil: Der Unternehmer erhält sein Geld bereits kurz nach Rechnungsstellung, in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Das entlastet die Liquidität und spart Mahnwesen, Bonitätsprüfung und Ausfallrisiko.
- Schnellere Zahlungseingänge (meist innerhalb von 48 Std.)
- Schutz vor Forderungsausfällen durch Warenkreditversicherung
- Entlastung in der Buchhaltung
- Bessere Verhandlungsbasis gegenüber Lieferanten
- Planungssicherheit für laufende Kosten wie Löhne, Miete und Material
- Wettbewerbsvorteil durch Einräumung längerer Zahlungsziele auf Kundenseite
2 | Praxisbeispiel 1: SHK-Betrieb mit 430.000 € Jahresumsatz
Ein Heizungsbauer mit zwei Monteuren und rund 20 gewerblichen Kunden leidet unter Zahlungseingängen mit Verzögerung. Besonders bei mehreren parallelen Baustellen entstehen schnell Lücken im Cashflow. Seit der Einführung eines einfachen Factoringvertrags erhält der Betrieb die Rechnungssumme bereits zwei Tage nach Rechnungsstellung.
Ergebnis: Der Betrieb nutzt das frei werdende Kapital zur Vorfinanzierung von Material und zur schnelleren Bezahlung von Zulieferern – oft mit Skontoabzug.
3 | Praxisbeispiel 2: Malerbetrieb mit 880.000 € Umsatz
Ein regional tätiger Malermeister arbeitet viel mit Hausverwaltungen und gewerblichen Kunden. Die vereinbarten Zahlungsziele liegen zwischen 30 und 45 Tagen – werden aber oft überschritten. Statt Zeit ins Mahnwesen zu investieren, entschließt sich der Betrieb für Factoring.
Ergebnis: Neben dem Liquiditätsvorteil spart das Unternehmen monatlich mehrere Stunden in der Debitorenbuchhaltung und hat mehr Freiraum für die Projektplanung.
4 | Geringe Einstiegshürden – so einfach geht's
Viele Handwerksbetriebe zögern beim Thema Factoring, weil sie hohe Anforderungen vermuten. Doch gerade für kleinere Firmen gibt es maßgeschneiderte Lösungen mit klaren Vorteilen:
- Gewerbliche und private Kunden (B2B + B2C)
- Unstrittige, vollständig erbrachte Leistungen
- Rechnungsvolumen ab ca. 15.000 € monatlich (variiert je Anbieter)
- Keine überfälligen oder strittigen Forderungen
- Keine Rechnungen, deren Leistungserbringung in der Zukunft liegt
Tipp: Wer Leistungen nach VOB abrechnet, sollte auf Anbieter achten, die speziell für Bau- und Handwerksleistungen Lösungen bieten – inklusive der Abwicklung von Abschlags- und Schlussrechnungen.
5 | Kundenstimmen
„Wir dachten immer, Factoring sei nur was für große Betriebe. Heute sparen wir uns Mahnungen und haben unser Geld zwei Tage nach Rechnung – das schafft Spielraum.“
Jochen K., Geschäftsführer der Jochen K. Haustechnik GmbH
„Ohne Factoring hätten wir in manchen beiden Monaten kaum unsere Materialrechnungen bezahlen können – jetzt klappt alles zuverlässig.“
Marianne S., Inhaberin der Maler S. KG
6 | Checkliste: Was kleine Handwerksbetriebe beachten sollten
- ✅ Gewerbliche und private Kunden machbar
- ✅ Leistung muss vollständig erbracht und dokumentiert sein
- ✅ Zahlungsziel max. 90 Tage
- ✅ Keine bereits überfälligen oder strittigen Rechnungen
- ✅ Bei VOB: geprüfte Abnahmeprotokolle beilegen
- ✅ Debitorenstruktur prüfen (z. B. Streuung, Bonität)
- ✅ Auf Anbieter mit All-in-Gebühren für Handwerk achten
FAQ – Häufig gestellte Fragen und Antworten
- 1. Ab welchem Umsatz lohnt sich Factoring für kleine Handwerksfirmen?
Bereits ab ca. 200 T€ Jahresumsatz ist Factoring bei einigen Anbietern möglich. Entscheidend ist die Anzahl und Qualität der Forderungen. - 2. Können auch Abschlagsrechnungen nach VOB vorfinanziert werden?
Ja – hierauf spezialisierte Anbieter übernehmen auch Abschlagsrechnungen, wenn die Leistung nachweisbar erbracht und abgenommen wurde. - 3. Was kostet Factoring im Handwerk?
Die Kosten liegen oft zwischen 1,2 % und 3,4 % vom Rechnungsbetrag – abhängig u.a. von Umsatz, Zahlungsziel, Debitorenstruktur, eigener Bonität und Rechnungsvolumen. - 4. Müssen alle Kunden ins Factoring einbezogen werden?
Nein – bei vielen Anbietern ist auch selektives Factoring (z. B. nur gewerbliche Kunden oder bestimmte Debitoren) möglich - aber immer Mindestfactoringumsatz p.a. beachten. - 5. Wie schnell fließt das Geld?
Nach erfolgreicher Prüfung meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden – ab Rechnungsstellung und -einreichung.
